Von Wunschkalendern und Wandkalendern



Kalender... Jeder braucht sie, oder?
Aber die Art von Kalender, die man benutzt, ändert sich je nach Lebensabschnitt. Bei mir zumindest ist es so.
Früher, zu Schul- und Unizeiten hatte ich das allseits bekannte Filofax. Und ich gestehe, ich war damals einer dieser Nerds, die sich ihre Kalenderblätter am liebsten selbst gestalteten.

Neulich beim Ausmisten fand ich zwei meiner langjährigen treuen Begleiter.
Beide sind nicht mehr ganz taufrisch, Registerecken sind abgebrochen, Stiftlaschen wurden geklebt... aber das zeugt ja eigentlich nur von sehr intensiver Benutzung, oder?
Der obere Zeitplaner ist ein klassisches Filofax mit Ringmechanik in der Mitte. So eines hat mich durch meine gesamte Zeit an der Uni begleitet. Später nutzte ich dann viele Jahre den X47 mit seinen speziellen Heften und der raffinierten Federschiene. Der X47 hat übrigens eine tolle lesenswerte Entstehungsgeschichte. Der Erfinder des X47, Matthias Büttner fand nämlich nicht den Zeitplaner, den er sich vorstellte und baute ihn kurzerhand selbst.
Das MaBook von X47 benutze ich übrigens immer noch, aber das ist eine andere Geschichte...


Dann zog bei mir das Smartphone ein und der Zeitplaner aus Papier verlor an Bedeutung für mich.
Genauso stiftete der klassische Wandkalender bei mir lange Zeit eher ein Schattendasein. Denn Wandkalender sind entweder schön (mit tollen, stimmungsvollen Fotos) oder funktional (vollgestopft mit Informationen, meist in mehreren Sprachen). Da diese Kalender in großen Stückzahlen hergestellt werden, versucht man sich mit der eierlegenden Wollmilchsau: Man will DEN EINEN Kalender machen, der für möglichst viele Menschen passen soll. Und damit passt er dann irgendwie für niemanden so richtig. Und weil das so ist hatte ich lange überhaupt keinen Wandkalender mehr.

Nun lebe ich aber nicht mehr allein und somit wurde der Wandkalender als tägliche Familien-Organisationszentrale immer wichtiger. Denn seien wir mal ehrlich: diese Smartphone-Kalender-Synchronisiererei funktioniert doch nie wenn man sie wirklich braucht.

Dazu eine typische Situation aus unserem Familienalltag: Der liebste-Sohn-von-allen steht startklar mit Schulranzen auf dem Rücken an der Haustür, bereit für den neuen Schultag. Dann die alles entscheidende Frage: Ist heute Schwimmen oder nicht? Geht man dann erstmal Smartphone suchen um den Schwimmplan zu öffnen? Nein! Natürlich nicht! Man kuckt auf den Wandkalender im Flur.

Aber auf welchen Wandkalender?
Als ich mich auf die Suche nach einem Wandkalender für unsere kleine Familie machte, stellte ich mir vor, dass dieser Kalender so einiges mitbringen müsste.
Hier also die Liste für meinen persönlichen Wunschkalender:
  • Platz für eigene Notizen: In einen Wandkalender muss man etwas hineinschreiben können, sonst ist er meiner Meinung nach unpraktisch.
  • Wichtige Hinweise wie: Wann ist die Zeitumstellung? Wann ist Muttertag? Ich merke mir solche Daten nicht gut und neige dazu sie zu vergessen, wenn ich nicht rechtzeitig daran erinnert werde. Ich habe tatsächlich auch schon mal - Entschuldigung Mama - den Muttertag vergessen. Dass ich dann an dem Tag morgens im Radio daran erinnert wurde, nutzte nichts, denn die Geschäfte hatten ja geschlossen.
  • Infos zu allen Feiertagen und zwar bitte nicht nur die bundesweit gültigen. Wie oft ich schon an Mariä Himmelfahrt vor verschlossenen Supermarkttüren stand... Denn dieser Feiertag ist dummerweise selbst in Bayern nicht flächendeckend ein Feiertag, weswegen er in vielen Kalendern noch nicht einmal erwähnt wird.
  • Schulferien: Auch wenn man keine schulpflichtigen Kinder hat, diese Infos sind doch immer wichtig: für die Urlaubsplanung, weniger/mehr los auf den Straßen... Aber auch hier interessieren mich hauptsächlich die Ferien des Bundeslandes, in dem ich lebe.
  • Angaben zu den Kalenderwochen: Mir persönlich sind Kalenderwochen schnurz. Lebt man aber mit einem Schatzi zusammen, der irgendwie, irgendetwas mit Projektentwicklung oder Projektplanung zu tun hat, bekommt man oft Sätze zu hören wie: Haben wir in der 22. KW was Wichtiges vor...? Wenn man jetzt blos wüsste, wann genau die 22. KW ist...
  • Und dann zu guter Letzt wollte ich natürlich auch noch einen Kalender haben, der mir gefällt.
Habe ich einen solchen Kalender mit all diesen Infos gefunden? Nein!
Und so verbrachte ich die letzten Jahre immer am Jahresanfang mehr oder weniger grummelig einige Zeit damit, all diese Infos von Hand in irgendeinen lieblosen Werbegeschenk-Wandkalender nachzutragen.

Jetzt ist damit Schluss! Ich habe beschlossen, mir einen eigenen Wandkalender zu machen! Neugierig geworden? Nächste Woche erzähle ich Euch mehr!

Dieser Post kommt ins Raumseele Sonntagsblatt und zu NiceLittleThingsAround von Miss Red Fox. Und weil Wandkalender ganz klar auch etwas mit Ordnung zu tun haben, kommt der Post auch zu Fräulein Ordnung.


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