Freitag, 6. Januar 2017

Dekoversum Reispapier auf lackiertem Bambusholz


Hier ist sie nun: eine ausführliche Anleitung für die Verwendung von Dekoversum Reispapier auf lackiertem Holz. Als Motiv habe ich mir eine tolle, blaue Phalaenopsis Orchideenblüte ausgesucht. Eine kleine Geschichte dazu findet ihr hier.

Die Auswahl des Untergrunds
Ich persönlich mag schön gemasertes, helles Holz sehr gerne und möchte, dass man die Maserung auch nach dem Bekleben mit Decoupage Reispapier noch erkennen kann. Daher habe ich mir für diese Anleitung einen Gegenstand aus hellem Bambusholz ausgesucht: meine Wahl fiel auf IKEA Dragan, eine Serie aus verschiedenen Badezimmer Behältnissen und Utensilien aus lackiertem Bambusholz. Das Holz ist hell und bereits klar lackiert und muss daher nicht grundiert werden.

Hier seht ihr eine der Dragan Behältnisse ohne Decoupage Deko: sehr hübsch, wie ich finde, aber ein kleines bisschen individueller kann man die Box doch noch gestalten, oder? :-)


Das benötigte Material
Um also die Bambus Box mit Dekoversum Decoupage Reispapier zu bekleben, benötigen wir neben dem Papier auch noch eine Schere, etwas Decoupage- oder Serviettenkleber und einen weichen Flachpinsel (nicht zu klein, Größe 10 oder 12). Wer zum Schluss eine besonders glatte Oberfläche erzielen möchte, braucht zusätzlich noch ein kleines Stückchen 800er Nass-Schleifpapier. Für besonders beanspruchte Oberflächen empfielt es sich außerdem, zum Schluß einen Acryl Schutzlack auf Wasserbasis zu verwenden.


Die Vorderseite finden
Das Reispapier von Dekoversum ist - wie ihr feststellen werdet - sehr dünn. Wichig ist es, zu unterscheiden, was die Vorderseite und was die Rückseite des Papiers ist. Die stärker glänzende Seite ist die Vorderseite. Tipp: Wenn ihr Euch nicht sicher seid, sucht nach dem Dekoversum Logo auf dem Papier. Könnt ihr es lesen, ist das die Vorderseite.
Warum ist der Unterschied zwischen Vorder- und Rückseite so wichtig? Damit das Reispapier nach dem Verarbeiten mit Kleber transparent wird, ist es notwendig, dass es sich gut mit Kleber vollsaugt. Die glänzende Vorderseite saugt den Kleber nicht ganz so stark auf wie die Rückseite. Klebt ihr also das Papier verkehrt herum auf, kann sich das Papier nicht so gut vollsaugen und es bleiben nach dem Trocknen weiße Stellen auf dem Papier, die nicht transparent geworden sind.


In einem Stück lassen oder puzzeln, das ist die Frage...
Für manche Untergründe (vor allem runde Oberflächen) kann es notwendig sein, das Papier in kleinere Stückchen zu reißen und dann wieder zusammenzupuzzeln, um das Papier möglichst faltenfrei aufzukleben.
Hier bei diesem Projekt ist der Untergrund schön eben, daher habe ich das Motiv - die blaue Orchidee - am Stück gelassen.

Reispapier am besten reißen, nicht schneiden
Damit man hinterher keinen zu deutlichen Rand zwischen Papier und Untergrund sieht, ist es am besten, das Reispapier zu reißen. Ich persönlich mache das immer so: Ich schneide das gewünschte Motiv erst mit der Schere großzügig aus und knibble dann mit den Fingernägeln vorsichtig etwas Papier von den Rändern weg. So erhalte ich eine schöne gerissene Kante ohne mir durch einen zu heftigen Riss mein Motiv zu zerstören.


Bei Reispapier nicht mit Kleber sparen
Um nun das Motiv aufzukleben, wird zunächst der Untergrund mit reichlich Decoupage- oder Serviettenkleber eingestrichen. Es ist wichtig, dass ihr mit reichlich Kleber arbeitet, damit sich das Reispapier schön von unten mit Kleber vollsaugen kann. Nur wenn sich das Reispapier richtig mit Kleber vollsaugt, wird es hinterher auch gleichmäßig transparent.


Das Reispapier aufkleben
Das Reispapier auf den Decoupage Kleber auflegen und vorsichtig mit dem Flachpinsel von der Mitte nach außen feststreichen. Versucht dabei, das Papier mit dem Pinsel glattzustreichen und so viele Luftblasen, Falten und überschüssigen Kleber wie möglich mit dem Pinsel wegzustreichen.
Sollte es beim ersten Mal so gar nicht geklappt haben mit dem Möglichst-Faltenfrei-Festkleben, könnt ihr versuchen, das Papier noch einmal vooorsichtig anzuheben und noch einmal festzukleben. Das geht allerdings nicht zu oft, irgendwann ist das Papier sehr stark durchgeweicht und kann dann reißen.
Eine kleine Anmerkung: Wenn ihr bisher nur mit Servietten gearbeitet habt, werdet ihr feststellen, dass das Dekoversum Reispapier robuster ist als die dünne Serviettenlage und nicht ganz so schnell reißt.


Habt Ihr das Motiv möglichst falten- und blasenfrei aufgeklebt, streicht ihr zum Schluß noch einmal gleichmäßig eine Schicht Kleber über das gesamte Motiv.


Man sieht sehr schön, dass sich das Reispapier von unten und oben mit Kleber vollsaugt und ganz weiß wird. Das soll auch so sein.

Trocknen lassen
Dann beginnt der Kleber zu trocknen. Während der Decoupage- oder Serviettenkleber trocknet, wird er transparent. Zeitgleich passiert folgendes: Das Reispapier verbindet sich mit dem Kleber und dem Untergrund und wird ebenfalls transparent.
Die Trocknungszeit variiert je nach verwendetem Kleber. Der Kleber ist vollständig getrocknet, wenn er an allen Stellen transparent geworden ist und sich nirgends mehr feucht anfühlt.

Ist alles getrocknet, sieht das Ergebnis so aus:


Feintuning und Schutz durch zusätzliche Schichten Kleber
Ich persönlich finde das Ergebnis schon sehr schön. Sieht man aber genau hin, entdeckt man noch leichte Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche, die durch den Kleber entstanden sind.
Wer also ein wirklich popoglattes Decoupage Ergebnis möchte, muss noch ein kleines bisschen weitermachen.

Dazu braucht es noch ein paar zusätzliche Schichten Decoupage- oder Serviettenkleber. Wie viele Schichten, hängt von dem verwendeten Kleber ab. Ich streiche in der Regel etwa 5 zusätzliche Schichten Kleber auf. Zwischen jeder Schicht sollte der Kleber etwa 10 bis 15 Minuten antrocknen. Die zusätzlichen Schichten Kleber geben außerdem eine extra Portion Schutz.

Nass schleifen für eine glatte Oberfläche
Nach etwa 5 schützenden Schichten Kleber kann man die Oberfläche nun mit einem kleinen Stückchen Nasschleifpapier (Körnung 800) ganz glatt schleifen. Dabei wird der Kleber wieder ein wenig weiß, das ist normal. Das Schleifpapier könnt ihr nach der Verwendung wieder trocknen lassen und erneut wiederverwenden. So reicht ein Bogen Schleifpapier ziemlich lange.


Und hier ist das Ergebnis direkt nach dem Schleifen mit Nass-Schleifpapier, die Oberfläche wird dabei wieder etwas weiß:


Zu guter Letzt
Nach dem Schleifen muss alles noch einmal gut durchtrocknen. Ganz zum Schluss kann man - muss man aber nicht - sein Werk noch mit einer Schicht Klarlack veredeln. Ich persönlich bin dafür meistens zu faul :-) Ich verwende stattdessen einen Decoupagekleber, der gleichzeitig ein Schutzlack ist und spare mir diesen Schritt. Bei manchen Decoupage- oder Serviettenklebern kann es aber vorkommen, dass sie sich auch nach längerem Trocknen über Nacht immer noch etwas klebrig anfühlen. In solchen Fällen ist ein zusätzliche Schicht Klarlack sehr nützlich, damit sich das schöne Stück nicht mehr so "pappig" anfühlt.
Wenn man einen Gegenstand hat, der besonders beansprucht wird, empfielt es sich auf alle Fälle, noch eine Schicht Klarlack darüberzustreichen.

Wir sind fertig: IKEA Dragan hat einen neuen Look
Tada! Hier ist sie nun, unsere neue Bambus Box:



Man sieht sehr schön, dass das Reispapier komplett transparent geworden ist. Die schöne Bambusholz-Maserung ist erhalten geblieben und gleichzeitig kann man alle Details der blauen Orchidee gut erkennen. Ein gelungener Decoupage Effekt wie gemalt!
Hier noch einmal eine Nachaufnahme:


So, damit haben wir nun dem Deckel der IKEA Dragan Box einen individuellen Look spendiert. Der Deckel hat auch gleich eine neue Aufgabe bekommen: als Krimskrams-Auffangschale in unserem Badezimmer:


Viel Freude beim Nachbasteln!




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